Die Bienen

Die ältesten und wohl bekanntesten Nutzinsekten sind die Bienen. Allein in Mitteleuropa gibt es neben der Honigbiene noch Hunderte von anderen Bienenarten. Sie sind Wildtiere und folgen nur ihren angeborenen und naturellen Instinkten. Menschen können sie nur züchterisch beeinflussen.

Sie sind für die Bestäubung der Blütenpflanzen unersetzlich, z. B. ist die Fremdbestäubung von Obst zu über 80% von den Bienen abhängig. Die von ihnen aus Wachs selbstgebauten Waben dienen als Vorratsspeicher und als Wiege der Brut.


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Aufbau der Bienen

Der Körper der Biene besteht aus drei Teilen: Kopf, Bruststück und Hinterleib.

Der Kopf besteht aus zwei Facettenaugen, drei Punktaugen, zwei Fühlern, dem Mandibeln (dienen dem Zerkleinern und dem Zupacken) und dem Rüssel (Nahrungsaufnahme).

Am Bruststück hängen die sechs Beine und die vier Flügel, die durch ein großes Muskelpaket angetrieben werden.

Im Hinterleib sind alle Verdauungsorgane, wie die Kotblase, die Honigblase, der Herzschlauch, die Luftsäcke, die Gift – und Wachsdrüsen und den Stachelapparat.

Der Drohn hat noch den Begattungsapparat und die Königin verfügt noch über die beiden mächtigen Eierstöcke und der Samenblase.

Die Bienen der Aufbau des Tieres

Sie orientieren und kommunizieren mit Hilfe des Zeit-, Strömungs-, Gleichgewichts-, Geschmacks- und Geruchssinnes, sowie mit der Wahrnehmung des polarisierten Lichtes. Mit sogenannten Tänzen (Rund- und Schwänzeltanz) teilen sie ihre Informationen den anderen Bienen mit.

Wie leben Bienen?

Honigbienen leben in einem Volk (Schwarm). Darin gibt es drei Bienenwesen: die Königin, die Arbeiterinnen und die Drohnen. Ein Sommervolk besteht aus ca. 60 000 – 80 000 kurzlebigen Sommerbienen, das Wintervolk hingegen aus ca. 15 000 – 20 000 langlebigen Winterbienen. Im Sommer besteht ein gesundes Bienenvolk zu zwei Dritteln aus Stockbienen und zu einem Drittel aus Trachtbienen (sammeln die Pollen und den Nektar).

Die drei Bienenwesen

Die Hauptlast zur Funktions- und Überlebensfähigkeit eines Bienenvolkes liegt eindeutig bei den Arbeiterinnen. Doch ohne Drohnen und Königin könnte die Honigbiene nicht existieren. Jedes Bienenwesen entsteht aus einem Ei.

Die Bienenwesen

Die Königin legt diese in drei unterschiedliche Brutzellentypen ab. Die Drohnenbrutzellen sind deutlich größer als die Arbeiterinnenbrutzellen.

Die Zellen sind sechseckig. Somit entstehen zwischen den Zellen keine Hohlräume, in denen sich Schmutz einnisten kann. Drohnen- und Arbeiterinnenzellen geben den Waben ihr typisches Aussehen.

Sie liegen nicht waagerecht und werden durch unregelmäßige Übergangszellen verbunden.

Als dritten Brutzellentyp gibt es noch die Weiselnäpfchen. 

Sie werden einzeln am Wabenrand angelegt und sind rund. Ihre Öffnung ist auch nicht nach oben gestellt, sondern zeigt senkrecht nach unten. Darin werden die Königinnenlarven aufgezogen.

Aus befruchteten Eiern entstehen die Königinnen und die Arbeiterinnen. Aus unbefruchteten Eiern entstehen die Drohnen. Die Königin entscheidet während der Eiablage, ob sie ein befruchtetes oder ein unbefruchtetes Ei ablegen will.

Bevor sie das Ei ablegt, inspiziert sie die Zelle und an ihrer Größe und Form erkennt sie, welches Ei dort hineingehört. Nach ca. 3 Tagen schlüpfen aus den Eiern die Larven. Gefüttert werden die Larven dann sofort von den Ammenbienen.

Die Bienenkönigin

Die Königinnenlarven bekommen ab den 2. Tag zusätzlich einen klaren Futtersaft aus der Mandibeldrüse der Ammenbienen (ein sogenanntes Gelee Royale).

Deshalb sind die Larven der Königinnen deutlich größer.

Die Königinnenlarven entwickeln sich schneller und brauchen nur 5 Tage bis sie sich verpuppen.

Die Puppenzeit ist kürzer als bei den Arbeiterinnen. Sie beträgt 8 Tage. 

Die Bienenkönigin

Einige Tage nach dem Schlupf begibt sich die Königin (Weisel) auf den „Hochzeitsflug“.

Dieser findet nur bei sommerlichen Temperaturen und schönem Wetter statt. Auf ihren Hochzeitsflug kann sie von bis zu 30 Drohnen begattet werden.

Die Königin ist ausschließlich für die geschlechtliche Vermehrung im Bienenvolk zuständig.

Sie kann bei richtiger Ernährung im Mai/ Juni bis zu 2000 Eier legen. Für die Ernährung sorgen die Arbeitsbienen mit einem speziellen Futtersaft.

Sie erkennen ihre Königin an dem von ihr ausscheidenden Pheromon.

Dies hält die Arbeiterinnen davon ab, selbst mit der Eiablage zu beginnen.

Die Königin kann 3-4 Jahre alt werden, wenn sie mögliche Nebenbuhlerinnen überlebt, vom Hochzeitsflug heimkehrt und ihrem Volk keinen Anlass gibt, ihre vorzeitige Abwahl (Umweiselung) in die Wege zu leiten. Nebenbuhlerinnen, werden meistens von der Erstgeschlüpften, noch bevor sie schlüpfen getötet.

Der Imker erkennt die Königin an ihrer Größe. Sie hat den längsten Körper und ihr Hinterleib ragt mit seiner stumpfen Spitze am weitesten hervor. Um sie schneller zu erkennen markiert er sie häufig mit einem weißen Punkt.

Der Drohn oder Bienendrohne

In seiner Drohnenzelle wird er von den Ammenbienen mit Drohnenfuttersaft gefüttert. Nach 3 Tagen schlüpft die Larve aus dem unbefruchteten Ei.

Die Puppenzeit beträgt 15 Tage. Der Höhepunkt der Drohnenaufzucht liegt im Mai und im Juni.

In einem gesunden Bienenvolk sind von April bis Ende Juni einige hundert Drohnen vorhanden.

Drohnen sind nur für die Begattung der jungen Königinnen zuständig. Wenn es warm und schön ist, treffen sie sich an Drohnensammelplätzen und warten dort auf die jungen Königinnen.

Taucht eine Königin auf, wird sie von einer Drohnenschar verfolgt und nacheinander von bis zu 30 Drohnen begattet. Ein erfolgreicher Drohn stirbt meist nach der Begattung.

Die anderen Drohnen kehren zur Stärkung und Übernachtung in meist fremde Bienenvölker ein.

Bei schönem Wetter schwärmen sie erneut zu den Drohnensammelplätzen aus. Drohnen sind größer als Arbeiterinnen, aber kleiner als eine Königin. Sie haben eine starke Flugmuskulatur und werden 1-3 Monate alt. Am Ende des Sommers werden die Drohnen oft von den Arbeiterinnen aus dem Bienenstock vertrieben.

Die Arbeiterinnen

Wie bearbeitet man so einen Bienenstock

Arbeiterinnenlarven bekommen in den ersten beiden Tagen nur Futtersaft und Pollenbrei.

Nach 6 Tagen sind sie dann zu dicken Rundmaden herangewachsen.

Die Ammenbienen verschließen die Zelle dann mit einem porösen, luftdurchlässigen Deckel.

Die Rundmaden verpuppen sich und nach 12 Tagen schlüpft die fertige Arbeiterin aus der Zelle.

Die Arbeiterinnenbienen sind die Kleinsten im Volk.

Sie leben im Sommer ca. 2-6 Wochen und wenn sie im Winter schlüpfen, können sie 2-6 Monate alt werden.

Die ersten 3 Tage nach dem Schlüpfen betreibt die „Stockbiene“ Körperpflege, ihr Chitinpanzer härtet aus, sie wärmt die Brut und frisst Pollen, um die Futtersaftdrüsen zu aktivieren.

  • 03.-05.Tag ist sie für die Reinigung (Putzbiene) der geschlüpften Zellen zuständig
  • 05.-12. Tag Fütterung der Brut mit einem Gemisch aus Futtersaftdrüsensekret, Pollen und Honig
  • 12.-15. Tag ist sie Baubiene, ihre Wachsdrüsen sind in voller Aktion
  • ab den 15. Tag erkundet die Arbeitsbiene die Stockumgebung, beseitigt „Abfall“ aus dem Bienenstock und beginnt mit Orientierungsflügen
  • mit dem 18. Lebenstag wird sie durch ihre volle Entwicklung der Giftdrüsen zur Wachbiene am Flugloch
  • ab den 21. Lebenstag ist sie bis zu ihrem Lebensende unermüdlich damit beschäftigt, Nahrung zu sammeln (Trachtbiene)

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