Was ist eine Bienenwabe?

Eine Bienenwabe ist ein Wabengebilde, das aus vielen einzelnen Zellen besteht. Jede einzelne Zelle ist sechseckig. Die Zellen werden von den Bienen aus Wachs hergestellt. Die Bienen brauchen diese Zellen, um darin Pollen und Nektar zu lagern oder um ihre Brut groß zu ziehen.

In der Fachsprache der Imker hat das Wort „Bienenwabe“ aber eine andere Bedeutung. Hier werden mit „Bienenwabe“ die einzelnen Holzrahmen bezeichnet, die der Imker in den Bienenkasten hängt. In diesem Holzrahmen bauen die Bienen die einzelnen Waben dann auf. Die Rahmen können später dann vom Imker zum Schleudern des Honigs einfach aus dem Bienenkasten entnommen werden.

Woraus besteht eine Bienenwabe?

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Aus dem Wachs, das die Bienen selbst produzieren.

Und das geht so: die sogenannten Baubienen scheiden das Bienenwachs aus Drüsen aus, die sich an ihrem Hinterleib befinden.

Das ausgepresste Wachs wird dann von den Baubienen eingespeichelt und mit ihren Mundwerkzeugen bearbeitet.

Sobald die Baubienen 12 oder 13 Tage alt sind, beginnen sie mit der Produktion der Bienenwaben, die für das ganze Bienenvolk von größter Wichtigkeit ist.

Denn die Bienen brauchen die Bienenwabe, um darin die Pollen zu lagern, die sie von den diversen Blüten gesammelt haben. Andere Waben dienen als Kinderstube für die Bienenbrut. Darüber hinaus bieten die einzelnen Waben auch Unterschlupf und Ruhemöglichkeit für das ganze Bienenvolk.

Warum haben Bienen einen starken Bautrieb zur Herstellung der Bienenwabe?

Weil sie damit das Überleben ihres Schwarms sichern.

Ganz stark zeigt sich dieser Bautrieb bei Schwärmen, die noch keine Behausung wie zum Beispiel einen Bienenstock haben.

Sobald solche Schwärme einen geeigneten Platz gefunden haben, fangen sie sofort mit der Produktion von Waben an.

Aber auch Bienen, die von einem Imker in einem Bienenstock gehalten werden, produzieren neue Waben.

Und das ist gut für uns – denn sonst könnte der Imker auch keinen Honig ernten.

Die neuen Waben werden von dem Bienenvolk gebraucht, wenn sich das Volk erweitert.

Diese Erweiterung passiert in der Regel im Frühjahr oder im Frühsommer, wenn die Natur ein reiches Angebot an Pollen und Nektar bereitstellt.

Wie bauen Bienen die Bienenwabe?

Die Baubienen pressen das Wachs, wie bereits beschrieben, aus Drüsen an ihrem Hinterleib. Aus den Drüsen kommen dünne Wachsplättchen, die durchsichtig sind. Die Größe eines einzelnen Wachsplättchens entspricht in etwa der Größe einer menschlichen Haarschuppe.

Doch nun baut nicht etwa eine einzelne Biene an einer Bienenwabe, sondern hier ist Gruppenarbeit angesagt: Die Baubienen formieren sich zu engen Trauben. Diese Bienentrauben bauen die Waben nun von oben nach unten.

Bienenwaben Aufbau und Entstehung

Einzelne Wachsschuppen werden dabei von den Baubienen jeweils mit dem Hinterbein aufgefangen und in den Mund geschoben. Hier werden sie durchgekaut und mit Drüsensekret vermischt.

Durch die Massenproduktion der ganzen Bienentraube entstehen dann die Wände der Waben.

Die frisch gebauten Zellen sind noch nicht sechseckig. Sie haben eine runde oder zylinderartige Form.

Das liegt daran, dass die Bienen ihren eigenen Körper als Modell für den Wabenbau benutzen.

Die Bienenwabe ist sechseckig

Wie die Bienenwabe schließlich sechseckig wird, ist eine absolut faszinierende Vorgehensweise der Bienen, die der Astronom und Mathematiker Johannes Kepler (1571 -1630) dazu brachte, ihnen einen mathematischen Verstand zuzuschreiben. Und noch ein Wissenschaftler war von der Baukunst der Bienen so begeistert, dass er ihnen eine besondere Ehre erweisen wollte.

Der französische Naturforscher René-Antoine Ferchault de Réaumur (1683 – 1757) wollte das Maß einer Wabenzelle als Grundlage eines einheitlichen Längenmaßes nehmen. Das ist nicht passiert. Denn am 26. März 1791 hat die verfassunggebende Versammlung in Paris als Standardmaß den Meter bestimmt.

Trotzdem hat die Faszination von uns Menschen für die perfekte Baukunst der Bienen bis heute nicht nachgelassen. Zu Recht.

Denn die Bienen schaffen es, in einer Bienenwabe alle Wände der einzelnen Zellen bis auf Abweichungen von wenigen tausendstel Millimetern gleichmäßig zu bauen.

Frisch gebaute Zellen sind perfekt glatt und die Winkel, die die Wände der Zelle jeweils bilden, sind ganz exakt 120 Grad.

Bienenwabe

Wie viele Ecken hat eine Bienenwabe?

Sechs. Und es ist eine absolut großartige Leistung der Bienen, exakt sechseckige Waben zu bauen.

Zwar gibt es auch Wespen, die sechseckige Waben herstellen können.

Doch diese sind bei weitem nicht so perfekt ausgeführt, wie das bei einer Bienenwabe der Fall ist.

Warum ist eine Bienenwabe sechseckig?

Während Johannes Kepler noch geglaubt hat, Bienen würden über mathematische Fähigkeiten verfügen, die es ihnen ermöglichen, sechseckige Waben zu bauen, ist der heutige Stand der Wissenschaft ein anderer.

Wie der perfekte sechseckige Bienenwabe Aufbau gelingt, wird heute so erklärt: Die neuen Zellen werden von den Baubienen, wie schon beschrieben, zunächst rund angelegt.

Das passiert, weil sie ihren eigenen Körper als Vorlage nehmen. Sobald die Baubiene die runde Zelle gebaut hat, kommen sogenannte Heizerbienen zum Zuge.

Die Heizerbienen erwärmen die Wände und Böden der Zelle auf über 40 Grad Celsius.

Bei dieser Temperatur wird das Wachs so geschmeidig, das sich seine Form leicht verändern lässt.

Die Veränderung der runden zu einer sechseckigen Zelle ist begründet durch einen physikalischen Vorgang.

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Sechsecke entstehen, wenn Kraftquellen gegeneinander wirken, die gleich verteilt sind. Das ist in einer Zelle der Bienenwabe der Fall.
Denn die erwärmten Wabenwände haben eine innere mechanische Spannung, die das weich gewordene Wachs so in Form zieht, dass jede Zelle sechs gerade Wände hervorbringt.

Wo kann ich eine Bienenwabe kaufen?

Direkt beim Imker, wenn in Ihrer Nähe einer wohnt. Im Fachhandel – das sind Geschäfte die sich auf Imkerbedarf spezialisiert haben und oft auch Produkte von Imkern verkaufen. Darüber hinaus gibt es auch im Internet ein großes Angebot an Bienenwaben, die allerdings meist Wabenhonig genannt werden. Wabenhonig gibt es in vielen verschiedenen Honigsorten.

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Die Besonderheit von Wabenhonig ist, dass er naturbelassen ist, genau wie die Bienen ihn angelegt haben.

Liebhaber essen Wabenhonig wie „normalen“ Honig, indem sie ihn einfach auf ein mit Butter bestrichenes Brötchen oder Brot schmieren.

Andere Fans von Wabenhonig kauen das Produkt lieber.

Wobei das enthaltende Wachs eine ähnliche Funktion wie Kaugummi hat. Man kaut auf dem Wachs herum, bis man allen Honig erwischt hat.

Sie können das Wachs mitessen. Es steht Ihnen aber natürlich auch frei, nur den Honig aus der Wabe herauszuholen und das Wachs nicht zu essen. Wobei Fans des Wabenhonigs das als Verschwendung ansehen würden, denn sie schwören gerade auf das Zusammenspiel von Wachs und Honig.

Wie kann ich eine Bienenwabe basteln?

Das geht ganz leicht. Und wenn Sie eine Bienenwabe basteln, können Sie auch gleich die Gelegenheit nutzen und Ihren Kindern die faszinierenden Fähigkeiten der Bienen nahebringen. Im Internet gibt es zahlreiche Bauanleitungen für Bienenwaben. Oft sind auch gleich noch Anleitungen für selbst gebastelte kleine Bienen dabei, mit denen man die Bienenwaben bestücken kann. Die einfachste Variante, um eine Bienenwabe selbst zu basteln, kommt mit Material aus, das man in jedem Haushalt finden kann: leere Klopapierrollen oder leere Rollen von Haushaltspapier.

Wenn Sie die Klopapierrollen als Ausgangsmaterial nehmen werden, werden die Bienenwaben kleiner als wenn sie Haushalspapierrollen benutzen.

Und so geht es:

Sie falten die leere Rolle einmal der ganzen Länge nach und machen einen starken Knick, indem sie fest aufdrücken.

Die flache Rolle nehmen sie jetzt und schneiden kleine Ringe davon ab. Die Dicke der Ringe bestimmt, wie hoch Ihre Bienenwabe wird.

Es ist wichtig, dass Sie die Ringe möglichst in der gleichen Breite abschneiden. Je gleichmäßiger Sie das hinbekommen, desto gleichmäßiger sieht auch Ihre selbst gebastelte Bienenwabe aus.

Wenn Sie alle Ringe geschnitten haben, fängt die Faltarbeit an. Dazu nehmen Sie einen flach zusammengelegten Ring und messen exakt den Abstand aus, mit dem Sie 6 gleich lange Kanten hinbekommen.

Am besten machen Sie sich eine Vorlage, an der Sie die Ringe anlegen können und diesen errechneten Abstand jetzt mit Bleistift einzeichnen. An den eingezeichneten Markierungen falten Sie den Ring. Auch hier ist es wichtig, beim Falten gut aufzudrücken, damit der Falz auch bestehen bleibt.

Wenn Sie den gefalzten Ring jetzt auseinanderziehen, bekommen Sie sechseckige Waben. Die können Sie jetzt weiterverarbeiten: bunt anmalen, zu einer großen Bienenwabe zusammensetzen und auf einem festen Blatt Papier festkleben – Ihrer Phantasie und der Ihrer Kinder sind keine Grenzen gesetzt!

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Quellen:

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Bienenwabe
  2. http://www.bee-careful.com/de/initiative/warum-sind-bienenwaben-sechseckig/
  3. https://www.biologie-seite.de/Biologie/Bienenwabe
  4. https://www.spektrum.de/magazin/bienenwaben-sind-wirklich-optimal/825845
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